Die Amortisationszeit einer Lichtsteuerung berechnen Sie mit einer einfachen Formel: Investition geteilt durch jährliche Kosteneinsparung. Die jährliche Einsparung ergibt sich aus installierter Leistung, Betriebsstunden, Einsparquote und Strompreis. Im Beispiel dieses Ratgebers spart eine Halle mit 100 LED-Hallenleuchten à 150 W bei 60 % Einsparquote rund 45.000 kWh pro Jahr. In Hallen mit langen Betriebszeiten amortisiert sich eine Lichtsteuerung deshalb oft schnell, in Büros dauert es meist länger. Die folgenden Rechnungen sind Rechenbeispiele mit ausdrücklich genannten Annahmen, keine Preise von Building Robotics.
Die Formel
Für die Investitionsentscheidung genügt meist die statische Amortisation:
Jährliche Einsparung (kWh) = Anzahl Leuchten × Leistung je Leuchte (kW) × Betriebsstunden pro Jahr × Einsparquote
Jährliche Kosteneinsparung (€) = Jährliche Einsparung (kWh) × Strompreis (€/kWh)
Amortisationszeit (Jahre) = Investition (€) / Jährliche Kosteneinsparung (€)
Die Einsparquote fasst alle Steuerungsfunktionen zusammen, also Präsenz, Tageslicht und Konstantlicht. Wie Sie diese Quote aus einzelnen Faktoren herleiten, warum die Faktoren multipliziert und nicht addiert werden und wie Sie Eigenverbrauch und Kapitalwert berücksichtigen, erklärt der Ratgeber Einsparung & Amortisation berechnen. Dieser Beitrag konzentriert sich auf zwei durchgerechnete Beispiele und die Frage, welche Investition sich lohnt.
Beispiel 1: Lagerhalle mit 100 LED-Hallenleuchten
Annahmen:
- 100 LED-Hallenleuchten mit je 150 W Systemleistung, bereits mit dimmbarem 0-10-V-Treiber
- Zweischichtbetrieb, Licht heute rund 5.000 Stunden pro Jahr durchgehend an
- angenommener Strompreis 0,22 €/kWh netto
- Einsparquote durch Präsenz- und Tageslichtsteuerung als Spanne 40 %, 60 % und 75 %
Schritt 1: Referenzverbrauch
| Rechenschritt | Formel | Ergebnis |
|---|---|---|
| Installierte Leistung | 100 × 0,15 kW | 15 kW |
| Referenzverbrauch | 15 kW × 5.000 h | 75.000 kWh/a |
| Stromkosten heute | 75.000 kWh × 0,22 €/kWh | 16.500 €/a |
Schritt 2: Jährliche Einsparung
| Einsparquote (Annahme) | Eingesparte Energie | Kosteneinsparung pro Jahr | Je Leuchte und Jahr |
|---|---|---|---|
| 40 % | 30.000 kWh | 6.600 € | 66 € |
| 60 % | 45.000 kWh | 9.900 € | 99 € |
| 75 % | 56.250 kWh | 12.375 € | rund 124 € |
Die Spanne ist bewusst breit. In Lagern mit selten befahrenen Regalgassen und Oberlichtern sind auch höhere Werte möglich, als Richtwert aus unseren Projekten sparen Sie mehr als 60 % allein durch Sensorik, das Potenzial reicht bis zu 92 %. In stark frequentierten Bereichen wie Kommissionierung oder Wareneingang fällt die Quote niedriger aus.
Schritt 3: Amortisation mit Ihrem Angebotspreis
Die Investition hängt vom Projekt ab. Teilen Sie Ihren Angebotspreis durch die jährliche Kosteneinsparung aus Schritt 2 – das Ergebnis ist die statische Amortisationszeit in Jahren.
Umgekehrt gerechnet: Welche Investition ist tragbar?
Oft ist die Frage andersherum gestellt: Wie viel darf die Lichtsteuerung je Leuchte kosten, damit sie sich in einer Zielzeit amortisiert?
Tragbare Investition je Leuchte = Kosteneinsparung je Leuchte und Jahr × Ziel-Amortisationszeit
| Einsparquote | Ziel: 3 Jahre | Ziel: 5 Jahre |
|---|---|---|
| 40 % | 198 € | 330 € |
| 60 % | 297 € | 495 € |
| 75 % | 371 € | 619 € |
Liegt ein Angebot unter diesen Werten, ist das Ziel im Rahmen der Annahmen erreicht. So können Sie Angebote schnell einordnen, ohne jede Rechnung neu aufzusetzen.
Beispiel 2: Bürogeschoss mit 200 Leuchten
Annahmen:
- 200 LED-Büroleuchten mit je 35 W, dimmbarer Treiber vorhanden
- Licht heute rund 3.000 Stunden pro Jahr an, vom ersten Mitarbeiter bis zur Reinigung am Abend
- angenommener Strompreis 0,22 €/kWh netto
- Einsparquote als Spanne 30 %, 45 % und 55 %
| Rechenschritt | Ergebnis |
|---|---|
| Installierte Leistung | 200 × 0,035 kW = 7 kW |
| Referenzverbrauch | 7 kW × 3.000 h = 21.000 kWh/a |
| Einsparung bei 30 % | 6.300 kWh = 1.386 €/a |
| Einsparung bei 45 % | 9.450 kWh = 2.079 €/a |
| Einsparung bei 55 % | 11.550 kWh = 2.541 €/a |
Tragbare Investition je Leuchte für eine Ziel-Amortisationszeit (Kosteneinsparung je Leuchte und Jahr × Zielzeit):
| Einsparquote | Ziel: 3 Jahre | Ziel: 5 Jahre |
|---|---|---|
| 30 % | 21 € | 35 € |
| 45 % | 31 € | 52 € |
| 55 % | 38 € | 64 € |
Das Ergebnis ist ehrlich: Im Büro ist die Leistung je Leuchte gering und die Betriebszeit kürzer, die reine Stromrechnung amortisiert langsamer als in der Halle. Das ist kein Argument gegen die Lichtsteuerung im Büro, sondern eines für eine vollständige Betrachtung:
- Gesetzliche Pflicht: § 56 GModG verlangt in Nichtwohngebäuden mit Heizungs-, Klima- oder kombinierter Lüftungsanlage über 70 kW eine automatische Beleuchtungssteuerung bis 31.12.2029. Die Frage ist dann nicht ob, sondern wie wirtschaftlich. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.
- Belegungsdaten: Präsenzdaten zeigen, welche Flächen tatsächlich genutzt werden. Das ist bei hybridem Arbeiten oft mehr wert als der Strom, siehe Lichtsteuerung im Büro bei hybridem Arbeiten.
- Gebäudeautomation: Die Daten der Lichtsteuerung lassen sich für Heizung und Lüftung nutzen. Gebäudeautomation mindestens der Klasse B nach DIN V 18599-11 wird in der BEG EM mit 15 % gefördert (Stand Oktober 2026).
- Kombination mit Umbau: Wird ohnehin renoviert oder ein Mieterwechsel umgebaut, sinken die zusätzlichen Kosten der Steuerung.
Wie stark wirken die einzelnen Größen?
Alle Größen gehen linear in die Einsparung ein. Daraus folgen einfache Faustregeln:
- Betriebsstunden: Doppelte Betriebszeit bedeutet doppelte Einsparung und halbe Amortisationszeit. Dreischichtbetrieb amortisiert entsprechend schneller.
- Strompreis: Steigt der Strompreis um 20 %, sinkt die Amortisationszeit um rund ein Sechstel.
- Leistung je Leuchte: Hallenleuchten mit hoher Leistung sparen je Sensor deutlich mehr als Büroleuchten.
- Einsparquote: Sie hängt von der Nutzung ab, nicht nur von der Technik. Zonen getrennt zu rechnen, etwa Regalgassen, Verkehrswege und Kommissionierung, liefert realistischere Werte.
Was die einfache Rechnung nicht enthält
Die statische Amortisation ist bewusst einfach. Für eine vollständige Bewertung kommen hinzu:
- Eigenverbrauch der Sensorik: Sensoren und Funk-Nodes laufen rund um die Uhr. Ihr Verbrauch ist klein, gehört aber in die Rechnung. Die Leistungsaufnahme steht im jeweiligen Datenblatt.
- Längere Lebensdauer der Leuchten: Gedimmte und bedarfsweise ausgeschaltete Leuchten erreichen ihre Nennlebensdauer später.
- Kühllast: In klimatisierten Gebäuden reduziert weniger Beleuchtungswärme die Kühlenergie.
- Kapitalwert: Wer Finanzierungskosten berücksichtigen will, rechnet zusätzlich den Kapitalwert. Den Rechenweg zeigt der Ratgeber Einsparung & Amortisation berechnen.
Was die Investition selbst bestimmt, von Treiberschnittstelle über Montagehöhe bis zur Arbeit im laufenden Betrieb, erklärt der Ratgeber Was kostet eine Lichtsteuerung?.
Fazit
Die Amortisation einer Lichtsteuerung ergibt sich aus Investition und jährlicher Kosteneinsparung. In der Beispielhalle mit 100 Leuchten à 150 W, 5.000 Betriebsstunden und 0,22 €/kWh liegt die jährliche Einsparung je nach Quote zwischen 6.600 und 12.375 €. Im Büro sind die Werte niedriger, dort zählen Pflicht, Belegungsdaten und Gebäudeautomation mit. Rechnen Sie mit Ihren eigenen Zahlen und vergleichen Sie Angebote mit der tragbaren Investition je Leuchte.
So unterstützen wir Sie
Unser Schwerpunkt ist die Nachrüstung: Vorhandene LED-Leuchten mit dimmbarem 0-10-V- oder DALI-Treiber machen wir mit Sensorik und Lichtmanagement per App zu einer intelligenten Beleuchtung – ohne neue Leuchten und ohne neue Steuerleitungen, Details unter Nachrüstung.
Wir rechnen die Wirtschaftlichkeit mit Ihren Leuchtendaten, Betriebszeiten und Ihrem Strompreis durch und zeigen Ihnen die geplante Sensorik vorab in Sensora. Die Montage übernehmen wir in der Regel selbst, auf Wunsch auch Ihr eigener Elektrofachbetrieb. Jedes Projekt enthält den AU-Manager, sodass Belegungserkennung, Zonierung und Monitoring inklusive sind und die Einsparung messbar wird. Sprechen Sie uns über die Kontaktseite an.
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Häufige Fragen
Wie berechne ich die Amortisation einer Lichtsteuerung?
Teilen Sie die Investition durch die jährliche Kosteneinsparung. Die Einsparung ergibt sich aus Anzahl der Leuchten, Leistung je Leuchte, Betriebsstunden, Einsparquote und Strompreis.
Wie schnell amortisiert sich eine Lichtsteuerung in der Halle?
Das hängt von Betriebsstunden, Leuchtenleistung, Strompreis und Investition ab. Im Rechenbeispiel mit 100 Hallenleuchten à 150 W, 5.000 Stunden und 0,22 €/kWh liegt die jährliche Einsparung zwischen 6.600 und 12.375 €. Teilen Sie Ihren Angebotspreis durch diesen Wert, erhalten Sie die Amortisationszeit in Jahren.
Warum amortisiert sich eine Lichtsteuerung im Büro langsamer?
Büroleuchten haben eine geringere Leistung und kürzere Betriebszeiten als Hallenleuchten. Die reine Stromeinsparung je Leuchte ist deshalb kleiner. Belegungsdaten, die Pflicht nach § 56 GModG und die Nutzung für die Gebäudeautomation sollten Sie in die Bewertung einbeziehen.
Welche Einsparquote sollte ich ansetzen?
Rechnen Sie mit einer Spanne statt mit einem Einzelwert. Als Richtwert aus unseren Projekten sparen Sie mehr als 60 % allein durch Sensorik, das Potenzial reicht bis zu 92 %. In stark frequentierten Bereichen und Büros sollten Sie konservativer ansetzen.
Wie viel darf eine Lichtsteuerung je Leuchte kosten?
Multiplizieren Sie die jährliche Kosteneinsparung je Leuchte mit Ihrer Ziel-Amortisationszeit. Spart eine Leuchte im Beispiel 99 € pro Jahr, wären bei drei Jahren Zielzeit bis zu 297 € je Leuchte tragbar.




